Zu Ausstellung und Projekt

Das Projekt zur Dauerausstellung „Mensch und Meer – Küste und Marsch – eine ewige Liebesgeschichte“ im Landesmuseum für Natur und Mensch ist im Jahr 2019 entstanden. Dem Landesmuseum und den beteiligten Schulen in Kooperation mit XperimenT! war es ein Anliegen, dieses besondere Ausstellungsformat, das sich in regionaler Geschichte und naturwissenschaftlichen Themen so vielfältig und interdisziplinär für Lerngruppen nutzen lässt, zu begleiten und neue Zugänge zu finden.

In der Ausstellung finden sich verschiedenste Exponate, die sich in unterschiedlicher Weise mit Unterricht verknüpfen lassen. Da sie auf der Fläche zwar zueinander abgegrenzt, aber doch verbunden vorkommen, kann der fächer- und themenverbindende Charakter genutzt werden, aber auch Teilaspekte betrachtet und vor Ort ins Detail gegangen werden.

Küste und Überschwemmung
Schon wenn man in den 1. Stock geht, erkennt man aus dem Treppenhaus die große Meereswelle, die auch eine Bilderflut ist.
Erlebnisse, Verluste, historische Berichte darüber. Ein sehr emotionaler Einblick ist die Einleitung der Ausstellung, die auch dazu anregt, mehr über die verschiedenen Sturmfluten, Schicksale und Veränderungen der Küstenregion zu erfahren.

Gezeiten und geografische Veränderungen
Neben den Gezeiten hat auch der sich verändernde Meeresspiegel viel mit der geografischen Veränderung der Küstenlandschaft in den letzten Jahrhunderten zu tun. Die Auswirkungen des täglichen Wasserwechsels und die enormen Schwankungen des Meeresspiegels können anschaulich erfahren werden. So können sie als Auftakt für eine vertiefte Erarbeitung oder auch als beeindruckender und bestätigender Abschluss dienen.
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Schutz von Hab und Leben – Deichbau
Der Deich als notwendiges Bauelement findet sich zum einen in der zentralen Rauminstallation. Aber darüber hinaus ist die Historie des Deichbaus anschaulich dargestellt. Die enorme Veränderung des Schutzbaus vor Unwetter und Hochwasser ist anschaulich an einem großen Wandmodell dargestellt.

Weltenbummler und Artenvielfalt
Vor dem Deich in Salzwiesen und Watt gibt es eine beeindruckende Artenvielfalt. Die Spezialisten von Pflanzen und Tieren sind darauf spezialisiert, mit den besonderen Umweltfaktoren umzugehen. So wachsen die Pflanzen auf zum Teil salzhaltigem und nährstoffarmem Boden. Die Zugvögel suchen bei Ebbe mit unterschiedlichen Angepasstheiten und Methoden nach Nahrung.
Im großen Raum rund um den und im Landschaftslängsschnitt finden sich die Arten mit Informationen über ihre Besonderheiten und Lebensräume. Manchmal versteckt in den Schubläden, manchmal an der Wand ist viel zu erfahren von Säbelschnäbler bis Schlickgras.

Siedlungen und Mahlzeiten
Wie „wohnten“ die Menschen früher? Wie sahen die Behausungen damals aus? Nicht nur diesbezüglich findet man in der Ausstellung Antworten. Auch das Verändern der Lebensumstände durch die Veränderungen des Meeresspiegels werden anhand von Siedlungshorizonten und Modellen veranschaulicht.
Ebenso kann man den Speiseplan der Vergangenheit rekonstruieren.

Schutz für Insel- und Naturraum
Wie können die unterschiedlichen Ansprüche von Wirtschaft und Ökologie zusammengebracht werden – unberührte Landschaften und Kommerzialisierung?
Im letzten Ausstellungsraum werden die unterschiedlichen Interessen angeschnitten und künstlerlisch dargestellt. Können Naturschutz und Tourismus nebeneinander bestehen? Welche Regeln sind nötig?